
Schneeveränderungen mit Fotographien erforschen.
Wissenschaft
Snow2School erforscht Schneeveränderungen in der Uummannaq Region in Grönland und der Eisenerz Region in den Österreichischen Alpen. Klimawissenschaftler:innen der Uni Graz und Sozialanthropolog:innen der Uni Wien arbeiten mit Schüler:innen – den Nachwuchsforschenden – beider Regionen zusammen! Zentraler Aspekt ist das Sammeln und quantitative wie qualitative Auswerten von Schneefotos und ihrer Geschichten. Die Bedeutung der Kombination aus quantitativer wie qualitativer Analyse ist im großen Kontext des globalen Klimawandels und den Auswirkungen sowohl in der Arktis als auch des Alpenraumes zu verstehen. In diesem Bereich der Fotoausstellung finden sich Fotos und Infographiken, die den wissenschaftlichen Hintergrund erläutern.
Nachwuchsforschende bauen wissenschaftliches Equipment auf, Uummannaq April 2024. Der Sensor speichert jede halbe Stunde die Temperatur und relative Feuchtigkeit, welche zentrale Variablen zur Untersuchung von Schneeeigenschaften und Schneedecke darstellen. Die unten abgebildete Graphik zeigt die täglichen mittleren Werte für den Zeitraum von Mitte April bis Ende Juni.
Tagesmittelwerte der von April-Juni 2024 in Uummannaq erhobenen Daten.
Diese Graphik zeigt, wie sich die globalen (orange), arktischen (lila) und grönländischen (grün) Temperaturen relativ zum Durchschnitt von 1961-1990 verändert haben. Die Arktis erfährt eine deutlich stärkere Erwärmung im Vergleich zu den globalen Temperaturen (Shahi, 2024). Ähnlich erwärmen sich die Alpen schneller als die umliegenden Regionen – eine interessante Analogie zwischen Uummannaq und Eisenerz.
1. Mai 1998-2008 Eisenerzer Ramsau, Anton Albinger
Anton Albinger, Mitglied der Bergrettung und der Lawinenkommission Eisenerz, hat von 1995 bis 2008 nach Schneemessungen in der Eisenerzer Ramsau immer am 1. Mai bei den letzten Messungen der jeweiligen Wintersaison ein Foto bei der Gemeindealm geschossen. In diesen beiden Fotocollagen sind die unterschiedlichen Schneeverhältnisse von über 20 Jahren zu sehen.
1. Mai 2000-2007 Eisenerzer Ramsau, Anton Albinger
Zeitrafferaufnahmen des ikonischen Uummannaq Berges (dt. Bedeutung: “herzförmig“) können zur Analyse der saisonalen Schneedecke verwendet werden. Die Kamera macht alle sechs Stunden das ganze Jahr über Fotos. Im Video werden diese von Mitte April bis Anfang Juli gezeigt, welche einen Eindruck von den verschiedenen Schneefallereignissen vermitteln und zeigen, wie schnell der Schnee schmilzt und wo sich auch im Sommer isolierte Schneeflecken halten. Mit KI-Tools lässt sich der ungefähre Schneeanteil jedes Fotos berechnen und in Kombination mit einem digitalen Höhenmodell kann die Schneedecke quantifiziert werden. Längere Zeitreihen und historische Aufnahmen desselben Gebiets ermöglichen es, Schneemuster zwischen den Jahren zu vergleichen und Trends im Schneefall zu untersuchen.